Die Corona-Pandemie darf nicht auf dem Rücken der Schwachen ausgetragen werden.

06. Mai 2021

Niederbayerische SPD-Landtagsabgeordnete im Gespräch mit dem Passauer Dekan Jochen Wilde

Zu einem ersten Kennenlernen und Austausch wurden die beiden niederbayerischen SPD-Landtagsabgeordneten Ruth Müller und Christian Flisek vom Passauer Dekan Jochen Wilde empfangen, der dort im Oktober letzten Jahres die Nachfolge von Dr. Wolfgang Bub angetreten hatte. Im Evangelisch-Lutherischen Dekanat Passau, das sich über die Landkreise Passau, Freyung-Grafenau und Rottal-Inn sowie die Stadt Passau erstreckt, steht Wilde als Dekan 16 Kirchengemeinden mit etwa 27.000 Mitgliedern vor.

Wilde berichtete den Abgeordneten über die ersten Monate im Amt und schilderte die großen Herausforderungen, vor denen die Kirche in der Corona-Pandemie steht. Durch die coronabedingten Einschränkungen sei die Arbeit in den Gemeinden deutlich erschwert worden, da Gottesdienste, Andachten, kirchliche Feiern und Bestattungen nicht wie gewohnt stattfinden könnten. Auch die Jugendarbeit, die Seelsorge und die Beratungsangebote der Diakonie könnten nur eingeschränkt angeboten werden, obwohl diese gerade jetzt dringend gebraucht würden. Man sei dennoch bemüht, das kirchliche Leben mit umfangreichen Hygienekonzepten in Präsenz aber auch mit zusätzlichen digitalen Angeboten und Veranstaltungen, bestmöglich am Laufen zu halten, erklärte der Dekan.

Ruth Müller, selbst Mitglied der evangelisch-lutherischen Landessynode, betonte, wie wichtig die kirchlichen Angebote gerade in einer Krise seien. Es sei gut, dass in den Gemeinden nach kreativen Lösungen gesucht werde, um den Glauben auch in digitalen Formaten spürbar zu machen. Müller ist überzeugt, dass man auf diese Weise auch junge Menschen für die Kirche begeistern könne.

Einig waren sich die Gesprächspartner darüber, dass die Pandemie eine enorme Belastung für die gesamte Gesellschaft darstelle. Insbesondere Familien und Alleinerziehende stünden derzeit unter enormen Druck und seien am Rande ihrer Belastungsgrenze angelangt, betonte der Passauer Abgeordnete Christian Flisek. Aber auch alleinstehende Menschen, wie etwa Seniorinnen und Senioren, würden unter den Einschränkungen sehr stark leiden und seien teilweise von Vereinsamung bedroht. Für die Abgeordneten steht fest, dass hier nicht nur die Politik, sondern gerade auch die Kirchen mit ihren caritativen Einrichtungen eine wichtige Rolle spielen. Gemeinsam müsse man sich dafür einsetzen, dass die Pandemie nicht auf dem Rücken der Schwachen ausgetragen werde. Nur so könne man verhindern, dass die Pandemie dauerhafte Schäden für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zur Folge habe.

Am Ende des Gesprächs bedankten sich die beiden Abgeordneten für die Einladung und das gute Gespräch und man vereinbarte, weiterhin in engem Austausch bleiben zu wollen.

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