Duales Ausbildungssystem ist Garant für ein starkes Handwerk

05. August 2019

SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller und Christian Flisek zu Besuch bei Guggemos Elektrotechnik

Im Rahmen ihrer traditionellen Sommerreise besuchten die niederbayerischen SPD-Landtagsabgeordneten Ruth Müller aus Landshut und Christian Flisek aus Passau die Firma Guggemos Elektrotechnik in Passau. Empfangen wurden die beiden Abgeordneten von Geschäftsführer Michael Simmeth und seiner Schwester Eva Simmeth-Kittl, die für die Finanzen und Controlling verantwortlich zeichnet. Bei einem Rundgang konnten sich die SPD-Politiker ein umfassendes Bild vom Elektrotechnikbetrieb machen. Sichtlich stolz berichteten die beiden Geschwister über den aktuell stattfindenden Generationenwechsel. Bereits in der fünften Generation werden sie das Familienunternehmen gemeinsam fortführen. Auch sonst gibt es für die Jungunternehmer wenig Grund zur Klage. Mit 115 Mitarbeitern, davon 30 Auszubildende steht der Betrieb sehr ordentlich da. Die vollen Auftragsbücher bieten eine sehr gute und stabile Zukunftsaussicht für das kommende Geschäftsjahr. Um den eigenen Qualitätsansprüchen weiterhin gerecht zu werden und diese dem Kunden gewährleisten zu können müssen dennoch manchmal auch attraktive Aufträge im Vorfeld abgelehnt werden. „Dennoch ist der Fachkräftemangel spürbar“, erklärt Simmeth. Auch wenn im kommenden Ausbildungsjahr wieder acht junge Menschen ihre Lehre beginnen würden, so werde es von Jahr zu Jahr zunehmend schwieriger, ausreichend qualifiziertes Personal zu finden. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, sei daher das „Hegen und Pflegen“ der Belegschaft Grundpfeiler der Firmenphilosophie. „Mit einer Kultur der offenen Tür, Leistungsprämien und weiteren Vergünstigungen, wie etwa Busfahrkarten und Benzingutscheinen für die Azubis, wollen wir unseren Mitarbeitern Wertschätzung zeigen“, beschreibt Eva Simmeth-Kittl die Bemühungen. Besonders beliebt sei der Mini-Cooper, den der beste Azubi für sechs Monate als Dienstwagen kostenfrei zur Verfügung gestellt bekomme. Ruth Müller zeigte sich beeindruckt und lobte die Unternehmenskultur: „Man spürt, dass man in einem Betrieb ist, in dem das Klima stimmt.“ Christian Flisek hob in diesem Zusammenhang die Einmaligkeit der dualen Ausbildung hervor. „Das duale Ausbildungssystem ist ein deutscher Exportschlager. Überall auf der Welt werden wir um unsere hochwertige Berufsausbildung beneidet. Sie ist ein Garant für die Qualität und den Erfolg unserer mittelständischen Handwerksbetriebe.“ Es sei daher wichtig, die Qualität dieses Systems weiter zu verbessern, um die Attraktivität der Handwerksberufe zu steigern. „Wir brauchen ein stimmiges Verhältnis zwischen Akademisierung und Ausbildung. Gerade im Handwerk sind die Aufstiegschancen und die Verdienstmöglichkeiten oft weit besser als angenommen“, ist sich Flisek sicher.

Auch für die Zukunft sieht sich der Betrieb weiterhin gut gerüstet. „Der Bedarf an elektrotechnischen Installationen wird insbesondere dank Smart-Home-Technologien noch weiter steigen“, prophezeit Simmeth. Die Digitalisierung aller Lebensbereiche sei im vollen Gange. Zudem sei nicht davon auszugehen, dass durch die Automatisierung im Bereich der Elektrotechnik sonderlich viele Arbeitsplätze entfielen. Auf Nachfrage, welche Erwartungen die Unternehmer an die Politik haben, erklärte Simmeth-Kittl: „Da wir nicht nur im Passauerland sondern auch viel in München und im Umland tätig sind, wäre eine zeitnahe Fertigstellung der Autobahn A94 eine große Entlastung. Derzeit verbringen unsere Monteure noch zu viel Zeit auf der Straße.“ Die beiden Abgeordneten teilten die Einschätzung, dass die Fertigstellung dieser wichtigen Verkehrsachse hohe Priorität habe und zeigten sich zuversichtlich, dass der Ausbau der Teilbereiche nun zügig vorangehe. Daneben bedauerte Simmeth, dass es für Asylbewerber und Migranten nach wie vor sehr schwierig sei, sich dauerhaft in den Arbeitsmarkt zu integrieren. „Diejenigen, die bereit sind, unsere Sprache zu lernen, einer Berufstätigkeit nachgehen und sich integrieren, müssen in Deutschland bleiben dürfen“, forderte Simmeth. Die SPD fordere seit vielen Jahren ein modernes Einwanderungsrecht für Deutschland, erklärte Flisek. „Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das vor kurzem im Bundestag beschlossen wurde, ist ein Anfang, greift aber noch zu kurz. Wir brauchen endlich eine legale Einreisemöglichkeit für Menschen, die zwar keinen Asylanspruch haben, aber bereit sind, in unserem Land zu leben und arbeiten“, stellte der Passauer Abgeordnete klar. Je nach wirtschaftlicher Situation und Fachkräftebedarf könne man dann entscheiden, ob und wie viele Menschen über diese Möglichkeit nach Deutschland kommen könnten. „Leider stellt sich unser Koalitionspartner in Berlin in dieser Frage quer“, bedauert Flisek.

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