Einen erneuten Lockdown darf es nicht geben!

31. Juli 2021

MdL Christian Flisek und SPD-Bundestagskandidat Dennis Schötz besuchen JOSKA Glasparadies

Wie schwer waren die Auswirkungen des monatelangen Lockdowns für die regionale Wirtschaft und den Tourismus im Bayerische Wald? Darüber informierte sich der Passauer Landtagsabgeordnete Christian Flisek gemeinsam mit SPD-Bundestagskandidat Dennis Schötz bei einem Besuch des JOSAK Glasparadies in Bodenmais.

Empfangen wurden die SPD-Politiker von Firmeninhaber Josef Kagerbauer, seiner Tochter Alina Kagerbauer und der Assistentin der Geschäftsführung Bettina Bonfissuto.

Nach einem Rundgang durch die Ausstellungs- und Verkaufsräume sowie einer Besichtigung der Produktion kam man im Biergarten zu einem ausführlichen Gespräch zusammen.

Die Auswirkungen der pandemiebedingten Schließung auf seinen Betrieb seien enorm gewesen, berichtete Kagerbauer dem Abgeordneten. Da die Inzidenzwerte im Dreiländereck aufgrund der Nähe zur österreichischen und tschechischen Grenze konstant über einem Wert von 100 gelegen hätten, habe man aufgrund der Corona-Verordnung der bayerischen Staatsregierung den Betrieb ab März über Monate komplett schließen müssen. Alle 180 Mitarbeiter seien in Kurzarbeit geschickt worden. „Ein Gefühl der Hilflosigkeit“ habe sich mangels jedweder Öffnungsperspektiven breit gemacht, schilderte der Unternehmer. Aus diesem Grund habe man gemeinsam mit anderen Unternehmern die Initiative „Ostbayern sieht schwarz“ gegründet, um die Politiker auf die besondere Situation der Menschen in den Grenzlandkreisen aufmerksam zu machen. Wichtig sei den Initiatoren dabei aber gewesen, dass man gemeinsam nach konstruktiven und verantwortungsvollen Lösungen für die Region suche. Trotz der großen Resonanz und viel Zuspruch vor Ort habe es aber sehr lange gedauert, bis die Staatsregierung endlich eine Wiedereröffnung ermöglicht habe. Trotzdem sei man sehr froh, dass man nun endlich wieder öffnen dürfe. „Einen erneuten Lockdown darf es aber auf keinen Fall mehr geben“, forderte Kagerbauer.

Auch Flisek sieht die Maßnahmen der Staatsregierung kritsch: „Der Lockdown von Ministerpräsident Markus Söder nach der Holzhammer-Methode hat die bayerischen Unternehmen gerade in der Grenzregion enorm belastet. Die pauschalen Schließungen bei einer Inzidenz über 100 ohne jede Ausnahme waren unverhältnismäßig. Meine Fraktion und ich haben uns deshalb frühzeitig für Öffnungsperspektiven auch jenseits der 100er-Inzidenz eingesetzt.“ Bei aller Freude über niedrige Inzidenzen und die Rückkehr der Normalität warnte der Abgeordnete davor, dass die Fehler des letzten Sommers wiederholt würden. „Die Deltavariante wird uns spätestens im Herbst wieder stark steigende Inzidenzwerte bescheren. Dennoch fehlen nach wie vor verlässliche Konzepte, wie wir einen erneuten Lockdown im Herbst und Winter verhindern können. Für mich ist klar, dass angesichts des Impfortschritts und der ausgeklügelten Hygienekonzepte eine erneute pauschale Schließung aller Bereiche nicht mehr vertretbar ist. Ministerpräsident Söder und Wirtschaftsminister Aiwanger sind aufgefordert, hier schleunigst ein Konzept vorzulegen, die eine verantwortungsvolle Öffnung auch bei hohen Inzidenzwerten ermöglicht“, fordert der SPD-Abgeordnete.

Auch Bundestagskandidat Schötz, der die Initiative „Ostbayern sieht schwarz“ frühzeitig unterstützt hatte, hält nichts von einem erneuten Lockdown und erkundigte sich nach den Auswirkungen des Unwetters im Juni.

Die Überflutungen sei ein weiterer herber Rückschlag gewesen, da JOSKA stark getroffen wurde, berichte Kagerbauer. „Da kann man schon verzweifeln.“ Kaum habe man wiedereröffnet, sei die Sturzflut gekommen und habe großen Schaden angerichtet. Dank der tatkräftigen Unterstützung der Mitarbeiter und der örtlichen Feuerwehr habe man die Schäden jedoch schnell beseitigen können und konnte den Betrieb schnell wieder aufnehmen. Aufgrund der umfangreichen Berichterstattung kämen jedoch immer noch Anfragen, ob das Glasparadies wieder geöffnet sei. Hierzu könne er nur eines sagen: „Wir haben uneingeschränkt offen und freuen uns über jeden Besuch!“

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