Flisek: Niederbayern sollte Chance der Digitalisierung in der Medizin ergreifen

Universitätspräsidentin Prof. Dr. Carola Jungwirth und MdL Christian Flisek wollen auch in Zukunft eng zusammenarbeiten.

15. April 2019

SPD-MdL und Universitätspräsidentin diskutieren medizinische Fakultät an der Universität Passau

Viel zu besprechen gab es beim Antrittsbesuch des Passauer Landtagsabgeordneten Christian Flisek bei der Präsidentin der Universität Passau, Prof. Dr. Carola Jungwirth. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand Fliseks Forderung nach der Schaffung einer medizinischen Fakultät an der Universität Passau. Von vielen zunächst als reines Wahlkampfthema wahrgenommen, stehen mittlerweile zahlreiche Verantwortungsträgerinnen und -träger aus Politik, Wissenschaft und Ärzteschaft hinter dieser Idee. Erst vor wenigen Tagen traf sich der Arbeitskreis, den der Passauer Stadtrat auf Antrag von Flisek einstimmig eingesetzt hatte, zu einer ersten Gesprächsrunde. Auch im Bayerischen Landtag war das Vorhaben schon Thema. Der SPD-Politiker ist wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und Mitglied im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst. Dort wurde jüngst ein gemeinsamer Antrag von SPD und FDP zur Einsetzung einer Expertenkommission, den Flisek gemeinsam mit dem Waldkirchener Abgeordneten Alexander Muthmann eingebracht hatte, mit den Stimmen von CSU und FW abgelehnt. Die Universität Passau hat zunächst eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Diese wird für den Bereich zukünftiger Gesundheitsberufe vom Centrum für Marktforschung der Universität Passau erarbeitet. Denn für die Universität sind die laufende Weiterentwicklung und der Ausbau ein zentrales Anliegen. Darin enthalten sind auch Überlegungen zum Aufbau neuer Fachrichtungen und Schwerpunkte. „Die für die Schaffung einer Vorklinik benötigten Fakultäten in den Fachbereichen Biologie und Chemie sind auch für unsere Lehrstühle im Bereich der Informatik und Sensorik wichtig“, erklärte Jungwirth. Die Entwicklung der Medizintechnik und der digitalen Medizin schreite unaufhaltsam voran und die Universität Passau besitze zweifellos hohe Kompetenzen im Bereich der Digitalisierung, so die Präsidentin. „Ich bin sehr glücklich, dass sich Frau Prof. Dr. Jungwirth auch persönlich so stark macht für dieses Projekt“, erklärte Flisek. Die niederbayerische Wirtschaft profitiere gegenwärtig unheimlich von der Automobilindustrie und deren Zulieferbetrieben. Jedoch seien gerade hier in der nächsten Zeit aufgrund von Dieselskandal, Elektromobilität und Brexit unsichere Zeiten zu erwarten, so der Abgeordnete. „Es wäre doch eine großartige Geschichte, wenn sich Niederbayern in der digitalen Medizin als Vorreiter etablieren und sich so ein zweites industrielles Standbein aufbauen könnte“, erklärte Flisek. Bad Füssing wird laut einer Studie 2030 die älteste Gemeinde in Deutschland sein, in Bad Birnbach wurde in Zusammenarbeit der Technischen Hochschule Deggendorf und der Berufsfachschule für Physiotherapie ein dualer Studiengang im Bereich Gesundheitswissenschaften geschaffen. Hier gibt es doch vielerlei Synergieeffekte, die man langfristig nutzen könnte.

Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie, die wohl im März 2020 veröffentlicht werden, erwartet Flisek mit Spannung. „Ich finde es beeindruckend, wie zielstrebig, die Universität eigenständig an einer größeren strategischen Konzeption arbeitet“, betonte Flisek und stellte klar: „Wenn wir die medizinische Versorgung im ländlichen Raum für die Zukunft sichern wollen, brauchen wir eine standortnahe Ausbildung, damit die jungen Ärztinnen und Ärzte in unserer lebenswerten Region bleiben.“ Zum Abschluss sagte der Passauer Abgeordnete der Universitätsleitung seine uneingeschränkte Unterstützung zu, die Finanzierung eines Lehrerfortbildungszentrums Digitalisierung und des Institutes für Rechtsdidaktik langfristig zu sichern. „An der Universität werden hervorragende Lehrerinnen und Lehrer mit großer Kompetenz im Bereich der Digitalisierung ausgebildet. Die Noten im ersten juristischen Staatsexamen liegen aufgrund der herausragenden Vorbereitung jedes Jahr weit über dem bayerischen Durchschnitt. Diese Qualität sollte dem Freistaat doch etwas wert sein“, schloss Flisek.

Teilen