Internationalisierung der Universität Passau als gemeinsames Ziel

17. Juni 2020

Passauer Landtagsabgeordneter Christian Flisek zum Antrittsbesuch beim Präsidenten der Universität Passau

Zu einem ersten Kennenlernen und Austausch wurde der Passauer Landtagsabgeordnete und hochschulpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Christian Flisek vom Präsidenten der Universität Passau Prof. Dr. Ulrich Bartosch empfangen, der seit dem 1. April 2020 neu im Amt ist.

Flisek gratulierte Bartosch zu seiner Wahl an die Spitze der Passauer Universität und wünschte dem Präsidenten viel Erfolg und eine glückliche Hand für seine Amtszeit. Besonders erfreut zeigte er sich über Bartoschs Ankündigung, die Internationalisierung der Universität Passau weiter zu stärken: „Ich selbst bin vor einigen Jahren wegen der internationalen und europäischen Ausrichtung zum Studium nach Passau gekommen. Das ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal in der bayerischen Hochschullandschaft, welches sich die Uni mit großer Anstrengung und Zielstrebigkeit erarbeitet hat.“

Das Ziel des Präsidenten, die Universität Passau zu einer Europa-Universität zu entwickeln unterstütze er deshalb aus voller Überzeugung, erklärte Flisek. Das sei ein wichtiger Schritt zur weiteren europäischen Vernetzung der Hochschulen sowie der Studierenden. „Als ehemaliger Student, heimischer Abgeordneter und Mitglied im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst liegt mir die positive Entwicklung der Universität Passau natürlich besonders am Herzen.“

Anschließend berichtete Bartosch über die großen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, die ihn seit seinem Amtsantritt beschäftigen. „Die Entwicklungen in der Krise sind sehr dynamisch, und es ist derzeit nicht absehbar, wann eine Präsenzlehre, wie wir sie gewohnt sind und bevorzugen, wieder möglich sein wird. Wir möchten den Campus wieder mit Leben erfüllen, sind aber auch gewillt, die Hygienevorschriften einzuhalten.“

„Die SPD-Landtagsfraktion und ich haben uns früh dafür eingesetzt, dass das Sommersemester zwar als Online-Semester aber ohne Anrechnung auf Regelstudienseiten und Nachteile für die Studierenden durchgeführt wird. Dabei war uns klar, dass die Umstellung von der Präsenzlehre auf ein rein digitales Lehrangebot für die Universitäten und Hochschulen eine riesige Herausforderung bedeuten würde“, betont Flisek.

Sein Antrag zum Corona-Nachtragshaushalt, die Universitäten und Hochschulen mit einem „Sofortprogramm Digitalisierung“ hierbei finanziell zu unterstützen, sei im Landtag leider abgelehnt worden, bedauert Flisek. Die durch die Umstellung auf die Online-Lehre entstandenen Mehrkosten würden nicht vom Freistaat übernommen. Die Universität Passau habe aber, auch dank ihrer umfangreichen digitalen Kompetenzen, die Herausforderung bisher sehr gut gemeistert, ist der Abgeordnete überzeugt. Auch wenn klar sei, dass bei so einem Kraftakt nicht alles von Anfang an reibungslos ablaufen könne und Fehler passieren.

„Gerade deshalb möchte ich allen Studierenden, allen Professorinnen und Professoren, Dozentinnen und Dozenten, allen Lehrbeauftragten und allen Beschäftigten der Universität danken, die unter großer Anstrengung gemeinsam dazu beigetragen, dass dieses erste rein digitale Semester erfolgreich durchgeführt werden kann“, lobte der Passauer Abgeordnete. Wichtig sei jetzt, die neugewonnenen Kompetenzen zu verstetigen und die analoge und digitale Vernetzung von Forschung und Lehre weiter zu stärken, betonte der Hochschulpolitiker.

Für ihn sei aber klar, dass die digitale Lehre die Präsenzlehre nicht vollständig ersetzen könne, weil eine Universität nicht nur Lehranstalt, sondern auch ein wichtiger Diskussions- und Begegnungsort sei. Dies zeige auch eine kürzlich veröffentlichte Studie der Universität Würzburg zur Auswirkung des Corona-Semesters, die zum Ergebnis kann, dass viele Studierende unter der sozialen Isolation litten und sich eine baldige Rückkehr zur Normalität wünschten.

„Es stimmt mich schon traurig, diesen schönen Uni-Campus so ausgestorben und menschenleer zu sehen. Ich hoffe daher sehr, dass das kommende Wintersemester wieder als Präsenzsemester durchgeführt werden kann“, so Flisek.

Erfreut zeigte sich der Passauer Abgeordnete, darüber, dass der neue Universitätspräsident aufgeschlossen gegenüber der Idee eines Medizin-Campus Passau ist. „Niederbayern hat als einziger Regierungsbezirk keine staatliche Medizinerausbildung und ist stark vom Ärztemangel betroffen. Die Errichtung einer medizinischen Fakultät an der Universität Passau wäre deshalb ein wichtiger Meilenstein für die Zukunft der medizinischen Versorgung unserer Heimatregion, auch wenn klar ist, dass die Errichtung kräftige Investitionen erfordern wird“, so Flisek. „Wenn wir die medizinische Versorgung im ländlichen Raum für die Zukunft sichern wollen, brauchen wir eine standortnahe Ausbildung, damit die jungen Ärztinnen und Ärzte in unserer lebenswerten Region bleiben.“

Teilen