Keine Nachteile für Ärztenachwuchs - Zweites Staatsexamen muss 2020 stattfinden, Absage zurücknehmen

16. April 2020

Ruth Waldmann und Christian Flisek: Staatsregierung darf angehenden Ärztinnen und Ärzten keine Steine in den Weg legen, sie werden gebraucht

Die gesundheitspolitische Sprecherin, Ruth Waldmann, und der hochschulpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Christian Flisek, fordern die Staatsregierung auf, die Durchführung des Zweiten Medizinischen Staatsexamens bis spätestens Ende Juni 2020 sicherzustellen. In einem entsprechenden Antrag kritisieren die Abgeordneten den Beschluss des Bayerischen Gesundheitsministeriums, den zweiten Abschnitt der Medizinprüfungen abzusagen und auf April 2021 zu verschieben. Flisek erklärt dazu: „Die Folgen der Verschiebung sind für die Studierenden dramatisch. Sämtliche Prüfungsvorbereitungen waren umsonst und müssen nochmals neu begonnen werden. Das Zweite und Dritte Staatsexamen im kommenden Jahr als sogenanntes „Hammerexamen“ direkt nacheinander abzufordern, ist unzumutbar.“ Kritisch beurteilt der Hochschulexperte außerdem die uneinheitlichen Lösungen der Bundesländer. Nur in Bayern und Baden-Württemberg wird die Prüfung von ursprünglich Mitte April 2020 auf 2021 verschoben: "Dieser föderale Flickenteppich führt beispielsweise dazu, dass bayerische Studierende ihr Praktisches Jahr in einem anderen Bundesland nicht antreten können, weil dort das Zweite Staatsexamen regulär durchgeführt wird." Ruth Waldmann ergänzt, dass die Argumentation des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege bezüglich der Verschiebung nicht stichhaltig sei. Denn die Prüfungen für rund 1.500 Medizinstudierenden an fünf Universitäten könnten mit überschaubarem Aufwand auch unter strikter Beachtung des Infektionsschutzes durchgeführt werden. “Alle Bundesländer außer Bayern und Baden-Württemberg können das. Die Studierenden sind eingesprungen, als wir sie in der Corona-Krise brauchten. Jetzt dürfen wir sie nicht im Stich lassen“, betont die Abgeordnete. Die Absage für das Zweite Medizinische Staatsexamen in Bayern für April 2020 sei falsch und müsse zurückgenommen werden. „Es geht dabei nicht nur um Chancengleichheit, sondern wir brauchen den Ärztenachwuchs dringend - sogar ohne Corona“, so die stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit und Pflege im Bayerischen Landtag.

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