Krisen mit Experten diskutiert

15. September 2017

Flisek begrüßt Ex-Staatsminister im Auswärtigen Amt, Günter Gloser, zu einem Frühschoppen

Ob Trump, Putin oder Erdogan – die Weltlage macht es Deutschland momentan nicht immer einfach. Aus diesem Grund hat der Bundestagsabgeordnete Flisek den außenpolitischen Experten Günter Gloser nach Salzweg eingeladen, und wagte mit ihm sowie den zahlreichen Gästen einen außenpolitischen Rundumschlag.

So begann der Bundestagsabgeordnete mit einer provokanten Frage: Zerbreche momentan der Westen so wie wir ihn kennen? Staatsminister a.D. Gloser antwortete nachdenklich: „Die Intensität der Krisen ist momentan in der Tat unerwartet hoch und die Konfliktlösungen sind außerordentlich schwer geworden. Noch nicht mal innerhalb der EU besteht zu wichtigen Themen immer Einigkeit.“

Flisek sah einen großen außenpolitischen Unsicherheitsfaktor in US-Präsident Trump. Trump sei in der Tat „kein normaler US-Präsident und sein Verhalten in der Nordkorea-Krise unberechenbar“, bestätigte Gloser. Dennoch dürfe man nicht vergessen, dass die USA mehr seien als ihr derzeitiger Präsident. US-Außenminister Tillerson sei sehr erfahren und mache Hoffnung auf eine vernünftige Außenpolitik der USA, betonte Gloser.

Auch die nächste Herausforderung, die der Bundestagsabgeordnete ansprach, machte wenig Hoffnung auf zeitnahe Entspannung: „Die Europäische Union bleibt der wichtigste Handlungsrahmen Deutschlands, denn wir profitieren enorm von der wirtschaftlichen und politischen Stabilität der EU: Rund 60 Prozent unserer Exporte gehen in die EU. Und dennoch können wir die Stabilität innerhalb der EU nicht mehr als gegeben ansehen“, gab Flisek zu bedenken. Der Brexit, der Aufstieg der Populisten und die fehlenden Antworten auf die Migrationskrise seien in der Tat Anlass zu großer Sorge, so Gloser. Nun sei ein pragmatischer Ansatz nötig, damit die Union nicht zerbreche. Und auch Kanzlerin Merkel sei an der derzeitigen Situation nicht ganz unschuldig. „Merkel hat sich auf dem Dublin-Abkommen ausgeruht und jahrelang keine Solidarität mit Südeuropa gezeigt“, kritisierte Gloser.

Dennoch sahen Flisek und Gloser auch Grund zu Optimismus: Die jüngere Generation sei sehr pro-europäisch ausgerichtet und würde sich die Vorzüge der Europäischen Union nicht so leicht wieder nehmen lassen. Daher müsste Deutschland in Zusammenarbeit mit Frankreich weiterhin mehr Verantwortung übernehmen und alles für eine soziale, demokratische und wirtschaftlich erfolgreiche Europäische Union tun.

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