Kulturfonds Bayern 2021: Niederbayern erneut Schlusslicht

21. April 2021

MdL Christian Flisek fordert stärkeres Engagement von Kulturminister Bernd Sibler für seinen Heimatbezirk

Am heutigen Mittwoch wurden im Kulturausschuss des Bayerischen Landtags die Verteilung der Mittel des Kulturfonds Bayern 2021 debattiert. Bereits letzte Woche hatte der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Bernd Sibler die Verteilung der Fördermittel 25.000 Euro aus dem Kulturfonds in ganz Bayern bekannt gegeben.

Bayernweit werden in diesem Jahr an 105 Kunst- und Kulturprojekte insgesamt 6,8 Millionen Euro ausgeschüttet. In Niederbayern entfallen jedoch auf die 14 geförderten Projekte lediglich 189.200 Euro.

„Ich freue mich für alle Künstlerinnen und Künstler, die in diesem Jahr von Mitteln aus dem Kulturfonds profitieren. Gerade in Zeiten, in denen die Kulturszene durch die Corona-Pandemie unter enormen Druck steht, sind die Mittel aus dem Kulturfonds eine willkommene und dringend notwendige Unterstützung“, betont Flisek, selbst Mitglied im Kulturausschuss. Der monatelange Stillstand habe viele Künstlerinnen und Künstler an ihre finanziellen Grenzen gebracht und stelle eine ernsthafte Bedrohung für die kulturelle Vielfalt im Freistaat dar.

Kritisch sieht der Passauer Abgeordnete, dass die Mittel des Kulturfonds regional wieder sehr ungleich verteilt werden: „Auch in diesem Jahr trägt Niederbayern die rote Laterne. Das trübt die Freude über die Förderzusagen für einzelne Projekte in Niederbayern deutlich.“ Während über die Hälfte der Mittel nach Schwaben (34,2 %) und in die Oberpfalz (21,2 %) fließen, stehe Niederbayern mit einer Förderquote von 2,8 % bayernweit an letzter Stelle. Auch in den letzten Jahren sei Niederbayern jeweils am unteren Ende der Rangliste zu finden gewesen, erläutert Flisek.

„Das schlechte Abschneiden Niederbayern liegt sicher nicht daran, dass es in unserem Regierungsbezirk ein geringeres Angebot an Kunst und Kultur gibt, als in anderen Teilen Bayerns. Trotzdem kommen wir seit einigen Jahren bei der Kulturförderung nicht vom Fleck. Für mich bedeutet das, dass es andere Ursachen für das konstant schlechte Abschneiden geben muss. Vom niederbayerischen Kulturminister Sibler würde ich mir hier mehr Problembewusstsein und ein aktives Engagement für die heimischen Künstlerinnen und Künstlern erwarten.“

Neben einer regional gerechteren Verteilung fordert Flisek auch eine verlässliche und verantwortungsvolle Öffnungsstrategie für die Kulturszene: „Die Künstlerinnen und Künstler brauchen nicht nur finanzielle Mittel, sondern endlich klare Öffnungsperspektiven. Gerade jetzt, wo es draußen wärmer wird, brauchen wir schnell Regelungen, die kulturelle Angebote im Außenbereich mit soliden Hygienekonzepten ermöglichen. Dass die Staatsregierung die angekündigten Modellprojekte im Kunst- und Kulturbereich bis auf Weiteres verschoben hat, ist für mich unverständlich. Es zeigt, dass Söder und Sibler die enorme Bedeutung von Kunst und Kultur für unser Zusammenleben immer noch nicht verstanden haben.“

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