MdL Christian Flisek: Passgenaue und nachhaltige Unterstützung für Kulturschaffende durch bayerisches Kreativ-Stipendium

22. September 2020

Die SPD-Landtagsfraktion fordert ein bayerisches Kreativ-Stipendienprogramm zur Unterstützung von selbstständig tätigen Kunst- und Kulturschaffenden.

Der Passauer Landtagsabgeordnete Christian Flisek, der auch Mitglied im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst ist, erklärt:

„Als wir vor zwei Wochen in Passau einen runden Tisch zur Situation der Kulturschaffenden veranstaltet haben, wurde uns von zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern große Existenzängste geschildert. Die Soforthilfen des Freistaates Bayern für Kulturschaffende sind offensichtlich nicht ausreichend passgenau und zu insgesamt zu niedrig. Die Beantragung der Hilfsgelder ist zudem mit hohen bürokratischen Hürden verbunden und wird mit der Grundsicherung verrechnet. Deshalb ist die finanzielle Lage bei vielen freischaffenden Künstlerinnen und Künstlern äußerst angespannt. Viele bangen um ihre mühsam aufgebaute Existenz. Die kulturelle Vielfalt Bayerns, auf die wir so stolz sind, ist ernsthaft bedroht. Derweil dauert die Corona-Pandemie weiter an und ein Ende der Auflagen ist nicht in Sicht. Viele Kulturschaffende werden deshalb auch in den nächsten Monaten nur sehr begrenzt und nur mit wenigen Teilnehmern Auftritte, Veranstaltungen oder Ausstellungen durchführen können. Um einen nicht wiedergutzumachenden Schaden von unserer vielfältigen Kultur- und Kunstszene abzuwenden, fordern wir deshalb ein bayerisches Kreativ-Stipendium für Kunst- und Kulturschaffende. Insgesamt 15.000 Stipendien sollen bayernweit ausgeschrieben werden und mit jeweils 7.000 Euro dotiert werden. Das Programm soll vorerst bis März 2021 laufen und möglichst unbürokratisch umgesetzt werden. Entscheidend ist dabei, dass die Stipendien nicht auf Arbeitslosengeld II, Überbrückungs- oder Soforthilfen angerechnet werden. Das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst ist jetzt am Zug, den Kunst- und Kulturschaffenden schnell und unbürokratisch zu helfen. Die Finanzierung der Kreativ-Stipendien könnte beispielsweise über die nicht abgerufenen Gelder des initiierten Hilfsprogramms für Bayerns Künstlerinnen und Künstler erfolgen. Denn von den 140 Millionen Euro bereitgestellten Unterstützungsgeldern wurden nur 20 Millionen Euro abgerufen. Somit stehen immer noch 120 Millionen Euro zur Verfügung, um Bayerns Kulturschaffende passgenau und nachhaltig zu unterstützen.“

Teilen