MdL Flisek: Dank Digitalisierung wieder mehr Zeit für die Menschen

20. April 2019

Vorsitzenden des Sozialausschusses Doris Rauscher MdL zu Besuch im AWO Seniorenheim Vilshofen

Zu einem seniorenpolitischen Tag war die Vorsitzende im Ausschuss des bayerischen Landtags für Arbeit und Soziales, Jugend und Familie Doris Rauscher MdL auf Einladung des Passauer Abgeordneten Christian Flisek zu Besuch im Landkreis Passau. Am „Tag der Senioren“ stand zunächst der Besuch des Alfons-Gerstl-Seniorenheims der AWO in Vilshofen auf dem Programm. Einrichtungsleiterin Katja Kerscher führte die Delegation gemeinsam mit dem Vorsitzenden der AWO Niederbayern/Oberpfalz e. V. Siegried Depold durch das Haus. Ebenfalls dabei war auch der Vorsitzende der SPD-AG 60plus im Unterbezirk Passau Kurt Gerstl, dessen Vater als langjähriger Bürgermeister der Stadt Vilshofen Namensgeber des Heimes ist. Die Abgeordneten zeigten sich beindruckt von der angenehmen Atmosphäre. „Hier spürt man, dass die Pflegebedürftigen menschlich und liebevoll umsorgt werden“, lobte Rauscher. Die Einrichtungsleiterin erläuterte den SPD-Politikern die täglichen Abläufe: „Neben 120 Heimplätzen bieten wir zudem 12 Plätze in unserer modernen Tagespflegeeinrichtung an. Hierdurch können wir den Tagesgästen helfen, größtmögliche Selbstbestimmung und Unabhängigkeit zu erhalten.“ Grundsätzlich sei die Personalsituation auch dank guter Löhne in Rahmen, es gebe allerdings eine hohe Belastung durch Dokumentationspflichten für die Mitarbeiter. Diese müssten sehr viel Zeit am Computer verbringen. „Natürlich ist eine lückenlose Qualitätssicherung wichtig und die Dokumentationspflichten grundsätzlich sinnvoll“, stellte Flisek klar. Und weiter: „Es kann aber nicht sein, dass den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern deswegen nicht genug Zeit bleibt, sich um die Pflegebedürftigen zu kümmern.“ Hier müsse durch eine Digitalisierungsoffensive in den Heimen Abhilfe geschaffen werden. Mit elektronischen Akten und Tablets können viele Abläufe optimiert werden, ist sich Flisek sicher. „Hier ist dann auch der Staat gefordert, ein entsprechendes Investitionsförderprogramm aufzulegen, um die Einrichtungen bei der Anschaffung von Soft- und Hardware und der Schulung der Mitarbeiter zu unterstützen“, erklärte Flisek. Auch bei der Beratung für Angehörige von Pflegebedürftigen wünschen sich die Abgeordneten Verbesserungen. „Bis zu 60 Beratungsstützpunkte wurden von der Staatsregierung angekündigt. Tatsächlich existieren gerade einmal neun solcher Beratungsstellen“, beklagt Rauscher. In Niederbayern gebe es keinen einzigen Stützpunkt. Dass die Beratungsstelle teilweise von privaten Trägern organisiert werden, sei nicht ideal, ergänzte Flisek. „Die Betroffenen verdienen eine unabhängige Beratung, die durch den Freistaat sichergestellt wird. Die Kommunen dürfen bei der Finanzierung nicht alleine gelassen werden.“ Abschließend kam das Gespräch noch auf die von der AWO eingereichte Petition an den deutschen Bundestag, den Eigenanteil bei der stationären Pflege zu begrenzen. Depold, der auch stellvertretender Landesvorsitzender der AWO Bayern ist, warb für die Unterstützung der Petition. Bereits jetzt sei der Eigenanteil für viele Pflegebedürftige finanziell kaum zu stemmen. Ohne eine Reform der Pflegeversicherung werde der Anteil zudem weiter steigen. Flisek lobte die Initiative der Arbeiterwohlfahrt und betonte: „Die Finanzierung der Pflege muss dringend neu geregelt werden. Dazu gehört auch eine Begrenzung des Eigenanteils. Die Pflege darf nicht zum Armutsrisiko werden, weder für die Pflegebedürftigen noch für die Angehörigen.“

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