Niederbayern Schlusslicht bei Förderungen aus dem bayerischen Kulturfonds

08. Mai 2020

MdL Christian Flisek fordert breitere regionale Streuung und Erhöhung der Mittel

An diesem Donnerstag wurde im Haushaltsausschuss und im Kulturausschuss des bayerischen Landtags die Verteilung der Mittel des Kulturfonds Bayern 2020 beschlossen. Bereits letzte Woche hatte der bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Bernd Sibler die Verteilung der Fördermittel 25.000 Euro aus dem Kulturfonds in ganz Bayern bekannt gegeben. Bayernweit werden in diesem Jahr an 135 Kunst- und Kulturprojekte insgesamt 5,3 Millionen Euro ausgeschüttet. In Niederbayern werden 21 Projekte mit insgesamt 273.300 Euro bezuschusst. Der niederbayerische Abgeordnete Christian Flisek, selbst Mitglied im Kulturausschuss, kritisiert die großen regionalen Unterschiede bei der Verteilung der Fördermittel: „Niederbayern steht mit einer Förderquote von 5,2 % bayernweit an letzter Stelle, während die Oberpfalz auf eine Förderquote von 26,9 Prozent und Oberfranken auf eine Förderquote von 21,2 Prozent kommt.“ Dass dies kein Einzelfall sei, zeige der Blick auf die letzten Jahre, in denen Niederbayern im bayernweiten Vergleich jeweils am unteren Ende der Rangliste zu finden sei, erläutert der Passauer Abgeordnete. „Auch wenn in diesem Jahr wieder viel tolle Projekte in Niederbayern gefördert werden, wird die Freude darüber aufgrund der ungerechten Verteilung der Fördermittel doch stark getrübt“, stellt Flisek klar. „Für mich ist das unverständlich, wo es doch in Niederbayern sicher kein geringeres Angebot an Kunst und Kultur gibt, als in anderen Regierungsbezirken.“ Der SPD-Landtagsabgeordnete stellt fest: „Kulturförderung ist kein Luxus, sondern wichtige Grundlage für eine lebendige Gesellschaft. Der Kulturfonds ist ein wichtiges Instrument, die kulturelle Vielfalt und das Engagement der Kunst- und Kulturschaffenden, Künstlerinnen zu fördern und zu unterstützen. Gerade jetzt, wo viele Veranstaltungen aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden müssen, sind diese Mittel wichtig, damit die Projekte zumindest zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden können.“ Flisek will sich im Ausschuss deshalb weiter für eine gerechtere Verteilung der Fördermittel einsetzen. Zudem fordert er, eine Aufstockung der gesamten Fördersumme für die Maßnahmen der "Kunst- und Kulturpflege" von 7,8 Millionen auf zehn Millionen Euro jährlich. Die niederbayerischen Kunst- und Kulturschaffenden ermuntert er, sich für das nächste Jahr noch stärker um die Mittel aus dem Kulturfonds bei der Regierung von Niederbayern zu bewerben. Die Frist endet am 01. Oktober 2020.

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