Resolution des SPD-Bezirks Niederbayern

28. Juli 2017

„Donau-Isar Valley“: Für eine neue Gründerzeit in Niederbayern

Niederbayern stellt eine attraktive Region für Unternehmensgründungen und Start-Ups dar. Dennoch verzeichnen wir in den letzten Jahren einen Abwärtstrend bei verwirklichten Existenzgründungen in Niederbayern sowie in ganz Deutschland. Diesem gilt es in Zeiten der Digitalisierung durch die Bereitstellung einer modernen Infrastruktur und der Vernetzung relevanter Akteure entgegenzuwirken. Schon heute ist die niederbayerische Bildungs- und Hochschullandschaft ein Grundpfeiler der regionalen Innovationskraft. Mit der Universität Passau, der Technischen Hochschule Deggendorf sowie der Hochschule Landshut und dem Wissenschaftszentrum in Straubing hat sich Niederbayern zu einem attraktiven Wissenschaftsstandort entwickelt, der die Region voranbringt und jungen Menschen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten eröffnet.

Auch im Bereich der Etablierung von Technologie- und Gründerzentren finden positive Entwicklungen statt. Der seit 2005 existierende Technologiecampus der Hochschule Deggendorf in Teisnach ist ein höchst erfolgreiches Beispiel für Innovationskraft in Niederbayern. Das Technologiezentrum Energie (TZE) der Hochschule Landshut in Ruhstorf an der Rott forscht zum Schwerpunktthema Energie. Das IT-Forum Niederbayern, organisiert durch die IHK, bietet schon heute die Möglichkeit zur Vernetzung regionaler IT-Aktivitäten. Und das Gründerzentrum Digitalisierung Niederbayern (GND) als gemeinsames Projekt der Hochschulstandorte Passau, Deggendorf und Landshut soll bereits bestehende Gründernetzwerke effektiver verknüpfen und eine breite Förderung von Gründungszentren, Netzwerkaktivitäten und Unternehmensgründungen ermöglichen.

Wir wollen Niederbayern zur attraktivsten Gründerregion im ländlichen Raum ausbauen und deren Potenziale als innovativen Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort voll ausschöpfen. Junge Unternehmen und Existenzgründungen sind der Motor unserer Wirtschaft. Deshalb fordern wir, dem steten Rückgang von Existenzgründungen in den letzten Jahren entgegenzuwirken, auf den der Deutsche Industrie- und Handelskammertag in seinem Gründerreport 2017 aufmerksam macht. Dafür ist es unabdingbar, die bereits bestehenden Institutionen im Bereich Forschung und Entwicklung und die Gründerzentren der Region besser miteinander zu vernetzen. Notwendige Voraussetzung ist die Bereitstellung einer modernen Infrastruktur im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie. Nur wenn das Herzstück der Digitalisierung, das schnelle Internet, durch den Ausbau von Gigabit-Netzen auch im ländlichen Raum verfügbar ist, kann Niederbayern als „Donau Valley 4.0“ Erfolg haben. Nötig ist dafür des Weiteren der Ausbau des Mobilfunknetzes auf einen Standard von 5G.

Eine aktive und zukunftsfähige Wirtschaftspolitik zu betreiben heißt, die Potenziale der Digitalisierung so zu nutzen, dass sie der Region Niederbayern und ihrer Gründerszene zugutekommen. Das schließt die Förderung einer modernen Infrastruktur genauso ein wie die Vernetzung relevanter Akteure. Deshalb fordert die SPD-Niederbayern:

  • Die Bereitstellung einer modernen Infrastruktur muss massiv gefördert werden, da sie die Grundvoraussetzung für eine positive Entwicklung der Gründerregion Niederbayern darstellt. Deshalb sollen der Breitbandausbau und insbesondere Investitionen zum Ausbau von Gigabit-Netzen im ländlichen Raum vorangetrieben werden.

  • Auch das Mobilfunknetz muss weiter ausgebaut werden, so dass zukünftig 5G den Mobilfunkstandard darstellt.

  • Bereits bestehende Institutionen in Wissenschaft und Forschung sollen durch Gründernetzwerke wie das GDN gezielt mit Existenzgründern und Unternehmen vor Ort vernetzt werden. Nur durch den effektiven Austausch von Wissenschaft und Wirtschaft können die Potenziale der Digitalisierung den Unternehmen vor Ort zugutekommen.

  • Jugendliche und junge Erwachsene sind die entscheidende Zielgruppe für eine zukunftsfähige Wirtschaftspolitik. Deshalb sollen ihnen die Möglichkeiten von Unternehmertum und Existenzgründung in Niederbayern gezielt näher gebracht werden:

  • „Niederbayerische Gründerzeit“: Studierende sollen während ihres Studiums durch eine finanzielle Förderung die Möglichkeiten erhalten, ihr Studium zugunsten einer Unternehmensneugründung zu unterbrechen, ohne Nachteile für den Studienverlauf.
  • „Gründerzentrum Schule“: Bereits im Schulunterricht sollen durch Planspiele Ideen für Existenzgründungen und Start-Ups erarbeitet und diskutiert, sowie Finanzierungsmöglichkeiten erläutert werden.

Verabschiedet auf dem Bezirksparteitag am 8. Juli 2017 in Teisnach

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